Roboter: die neuen Kellner und Köche in der Gastronomie

6 Minuten Lesezeit

Roboter: die neuen Kellner und Köche in der Gastronomie

Die Gerichte kommen per Achterbahn an den Tisch. Die Cocktails werden von Roboterhand gemixt. Das neue Rollercoaster Restaurant in Wien nutzt moderne Gastronomie-Roboter. Eine Technologie, die sich stetig verbessert. Was bedeutet diese Entwicklung für menschliche Kellner und Köche?

Das kürzlich eröffnete Rollercoaster Restaurant in Wien ist bereits das siebte Achterbahnrestaurant weltweit. Zwei weitere sollen dieses Jahr eröffnen. Die Gäste bestellen per Tablet-PC. Das Essen wird über ein Schienensystem an die Tische gebracht. Roboter erledigen Aufgaben, die sonst ihre menschlichen Kollegen beschäftigt haben. Sie schneiden Nudeln, tauchen sie in kochendes Wasser, füllen Suppe in Schüsseln und servieren Gerichte.


Die AHGZ hat im Februar sieben Thesen zur Zukunft der Gastronomie veröffentlicht. Eine davon ist, dass die Digitalisierung komplett neue Wettbewerbsverhältnisse schafft. Dabei ging es jedoch nur um Online-Reservierungen, Lieferdienste sowie Bestell- und Bezahlsysteme. Aber könnte dieser technische Fortschritt ein ganz anderes Level erreichen? Schaut man sich die Berichte über Roboter in der Gastronomie an, kann man sich doch fragen: Übernehmen Roboter bald großflächig Jobs in der Gastro?

China als Vorreiter

Die klassischen Nudeln Chinas werden in einem sehr eintönigen Verfahren geschnitten. Restaurantbesitzer Cui Rungan hat einen Roboter entwickelt, der diesen Handgriff ausführen kann und so den Nudelkoch ersetzen soll.

Auch in China scheint die Gastronomie das Problem zu haben, dass sie für junge Menschen als Arbeitsplatz immer unattraktiver wird. Laut Rungan werde es immer schwieriger jemanden zu finden, der Nudelkoch werden möchte. Die Roboter füllen diese Lücke, kosten weniger und sind produktiver.

Kona und Koya sind die neue Kochattraktion in einer Shopping Mall in Shanghai. Die beiden Roboter bereiten das Traditionsgericht "Ramen" in weniger als zwei Minuten zu und man kann sie dabei beobachten.

Kona und Koya können vier verschiedenen Ramen-Gerichte zubereiten. Sie kosten etwa 140.000 Euro, so viel wie zwei menschliche Köche im China über einen Zeitraum von sechs Jahren. Der Restaurantbesitzer sieht in seiner Wahl nur Vorteile: kein Krankheitsausfall, keine Kündigung, kein Urlaub. In den letzten Wochen haben Kona und Koya im Netz und auf Gastronomie Plattformen die Runde gemacht.

Heißer gekocht, als gegessen?

Das Magazin SmartShanghai hat sich daraufhin vor Ort umgesehen und getestet, was die Roboter wirklich drauf haben. Das Ergebnis: Der Roboter-Hype wird heißer gekocht, als er gegessen wird. Und das kann man wörtlich nehmen. Die Gerichte sind laut Autor zwar genießbar, aber unterschiedlich heiß. Die Technik der beiden Roboter ist bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts Neues. Was die Gäste fasziniert, scheint eher die "menschliche" Seite von Kona und Koya zu sein. Sie haben Augen, Mund und können sogar sprechen.

Koch-Roboter für zu Hause

Das britische Unternehmen Moley Robotics arbeitet an dem "Robo-Chef", der zu Hause seine Besitzer bekochen soll. Er besteht im Grunde aus zwei Armen und Händen, die über dem Herd hängen. Per Smartphone wird der Kochbefehl gegeben. Die Zutaten müssen aber in der richtigen Menge an dem richtigen Ort stehen, sonst wird aus dem Gericht nichts. 2017 soll eine benutzerfreundliche Version des "Robo-Chefs" für 14.000 Euro angeboten werden.

Elf Roboter, neun Mitarbeiter

In Kunshan, nördlich von Shanghai, bringen in einem Restaurant elf Roboter den Gästen das Essen an den Tisch. Der Kellner stellt das Essen auf das Tablett des Roboters und gibt die Tischnummer ein. Der Gast muss sich die Gerichte selbst vom Tablett nehmen und dann dem Roboter einmal über den Kopf streicheln, damit er wieder zurück geht. Die Roboter sind in diesem Restaurant mittlerweile in der Überzahl: auf neun menschliche Kellner kommen elf Roboter-Kellner. Auch hier nennt der Restaurantleiter die typischen Vorteile: wenig Ausfall und günstige Arbeitskraft. Ganz stimmt das jedoch nicht, denn auch Roboter müssen mal zur Reparatur und für diese Zeit muss dann menschliches Personal aushelfen.

Eine App ersetzt alle Kellner

In einem Nudel-Restaurant in Peking treffen die Gäste erst gar keine Kellner an. Sie bestellen per App und bekommen eine Nummer, die ausgerufen wird, sobald das Essen fertig ist. Die App läuft auf WeChat, ein Messenger, der in China so populär wie WhatsApp ist. Die Daten, die sie dabei angeben (z.B. Alter, beliebteste Gerichte) werden gespeichert und später zu Marketingzwecken genutzt.

Den vorgestellten Restaurants ist eins gemeinsam: die Restaurantbesitzer sparen Geld, weil sie weniger Gehälter zahlen müssen. Diese Einsparung kann leicht auf Kosten des Service gehen.

Service nicht für jede Kundschaft wichtig

Bei Konya und Kona gibt es keine Extrawünsche für Allergiker oder wählerische Gäste. Flexibilität ist also gleich null bei der Arbeit mit Robotern. Die Vermutung liegt nahe, dass die Gäste nicht in erster Linie wegen des guten Essens in die Restaurants gehen, sondern um die Roboter zu sehen. Kann sich so eine Stammkundschaft entwickeln?

Ein klarer Vorteil der Roboter-Köche ist allerdings, dass die Gerichte schnell zubereitet und hochwertiger sind als in Fast-Food-Ketten oder Kantinen. Damit befriedigen sie die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, die mittags aus den Büros stürmen, um schnell etwas zu essen. Das darf gerne qualitativ besser sein, als der klassische Fast-Food-Burger mit Pommes. Service spielt bei dieser Kundschaft eine weniger wichtige Rolle.

Schon heute Technik zur Prozess-Optimierung nutzen

Roboter sind in bestimmten Bereichen der Gastronomie vielleicht die Zukunft, aber für den klassischen Restaurant-Besucher wird menschlicher Service immer ein entscheidender Faktor sein. Trotzdem können Sie sich von Robotern auch heute schon etwas abgucken: Denn so wie Roboter dabei helfen, Prozesse im Restaurant-Betrieb zu optimieren, lassen sich auch einfachere technische Entwicklungen einsetzen, um ähnliches zu erreichen. Unser Online-Reservierungssystem CentralPlanner unterstützt Sie dabei, den Gastronomie-Alltag zu optimieren: Reservierungen können von den Gästen selbst online vorgenommen und auf unterschiedlichen Geräten vom Service-Personal verwaltet werden. Vorlieben der Gäste lassen sich dokumentieren, so dass Sie diese beim nächsten Besuch direkt berücksichtigen können. Somit liefert die Software die Voraussetzung dafür, dass das Service-Personal sich mit den eigentlich wichtigen Dingen beschäftigen kann: Nämlich dem Gast das Gefühl zu geben, der König zu sein. Ein einfaches digitales Reservierungsbuch bringt Sie also sicherlich weiter, als ein Roboter im Team. Probieren Sie CentralPlanner jetzt 30 Tage kostenlos aus.

Mehr zum Thema Digitalisierung in der Gastronomie gibt's im kostenlosen Ratgeber:

1. Die Gastronomie wird digitaler
2. Eine Website für mein Restaurant
3. Mit Google Adwords und SEO die Website sichtbar machen
4. Facebook, Instagram und Co. — zeig was du hast!
5. Digitale Reservierungsbücher – Schluss mit der Zettelwirtschaft
6. Bewertungsplattformen — des einen Freud, des anderen Leid
7. Lieferdienste — Was bringt mir das?
8. Gekauft, geschenkt, gegessen: Gutschein-Marketing für Restaurants
9. „Komm mal wieder vorbei“ — Mit Newslettern Gäste erreichen

von Pia Behme über Digitalisierung und Gastronomie

Sagen Sie uns die Meinung. Was denken Sie?

Schreiben Sie einen neuen Kommentar. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

Wer steckt dahinter?

CentralPlanner ist das wahrscheinlich einfachste digitale Reservierungssystem am Markt. Wir lösen damit viele Probleme, die das klassische Reservierungsbuch im Alltag mit sich bringt: Es ist hinter dem Tresen, nie da wo man es gerade braucht. Es ist unübersichtlich und von Online Reservierungen hat es auch noch nie etwas gehört.